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PENZINGERSTRASSE 25 / STRASSENTRAKT, HOF- UND GARTENTRAKTE

Revitalisierung der Fassaden des, erstmals 1522 urkundlich erwähnten, Hauses nach historischen Unterlagen und der, im Zuge der besonders vorsichtig durchgeführten Abbrucharbeiten, hervorgetretenen Funde. 

Die Fassaden wurden mit Trassit-Kalk-Mörtel verputzt

An der Strassenfassade wurden die Fensterüberdachungen aus Kalksandstein, entsprechend der vorgefundenen Verputzabdrücken, nachgebildet. Alle Gesimse und Blockungen wurden, den vorgefundenen barocken Bestandsresten entsprechend, neu gezogen.

Anstelle des schwer erodierten Sockelbestandes wurde ein neuer Ziegelsockel vorgemauert und mit Hydromentmörtel verputzt. Dieser Sockel  soll das Austrocknen des aufgehenden Mauerwerks unterstützen und bei starkem Oberflächenwasserandrang als Feuchtigkeitspuffer dienen.

Alle Hof-und Gartentraktfassaden wurden 6-9 lagig mit 5-jährigem Sumpfkalk, mit Erdfarben pigmentiert, gefärbelt. Nur der Strassentrakt wurde mit Meradur- Kalkfassadenfarbe gefärbelt.

Das desolate Fachwerk im 2.OG wurde, während des laufenden Kindergartenbetriebes abschnittsweise, komplett mit druckimprägnierten Lärchenholz erneuert und mit den vorher abgebrochenen Ziegeln wieder ausgefacht.  Innenseitig wurde eine Mineralwolledämmung hinter einer Vorsatzschale angebracht. Die alten Verbundfenster wurden durch von uns konstruierte Gaisfuß-Isolierglasfenster aus Lärchenholz ersetzt.

In den Gartentrakten und auch teilweise im Hof mussten desolate oder unpassende Fenster und Türen mit zeitgerechten aber stilkonformen Spezialanfertigungen aus Lärche ersetzt werden.

Das seit ca.1645 einigermaßen in Mitleidenschaft gezogene Haustor wurde vollständig zerlegt und  restauriert, wobei der ursprünglich aus Holz gefertigte profilierte Außenfries um die Schlupftüre nun aus Stahl nachgebildet wurde. Die originalen Beschläge samt Schloss wurden schlossermäßig restauriert und dann vollständig verzinkt wieder montiert. Ein Tribut an die heutige Nutzung ist der nicht originale Oberkopftürschließer an der Schlupftüre.

Der Laubengang wurde bis auf die tragende Stahlkonstruktion abgebrochen. Die Tragkonstruktion wurde entrostet und musste teilweise ergänzt und verstärkt werden. Anstatt der abgebrochenen (verrosteten) Stahlplatten wurde ein Gehbelag aus
druckimprägnierten Lärchendielen hergestellt, Das ursprüngliche Stahlgeländer wurde restauriert, ergänzt und um 5cm erhöht um der heutigen Bauordnung zu genügen.

Ein Merkmal dieser Generalsanierung ist die Überdachung des Laubenganges sowie der übrigen Vordächer mit Stahlkonsolen und ESG-Sicherheitsverglasung welche den freien Blick auf die restaurierte Architektur ermöglicht und diese gleichzeitig verhältnisgerecht ergänzt. 

Das zweite Merkmal ist die 3-teilge Tür-Fensterkonstruktion im Gewölbegurt des Straßentraktes neben der Hauseinfahrt, welche nicht nur architektonisch ausgleichend ist, sondern in erster Linie die geforderte Mindestbelichtung des Gastlokales ermöglicht. 

Als drittes Merkmal soll die contemporäre Beleuchtung die ländlich-barocke Architektur und die abendliche Romantik des Hauses unterstreichen und gleichzeitig dem Sicherheitsbedürfnis der Bewohner dienen.

Einen wesentlichen Beitrag zum romantischen Flair dieser Anlage leisten auch die Hofbeläge aus Granitsteinpflaster, die kleinen begrünten Flächen, Stein-Blumentröge und berankten Gitter.

Die Holzstöckelpflaster in den Durchfahrten sind nicht nur qualitativ höchstwertige Gehbeläge welche Schall und Hall bestmöglich dämpfen sondern sie strahlen durch ihre Struktur und Farbe angenehme Wärme und solide Sicherheit aus.

Besonders unauffällig konnte auch die Haustechnik erweitert und auf zeitgerechtes Niveau gebracht werden.

Die Kanalanlage aus 1882 unter dem Hof, Im Gastlokal und der Hauseinfahrt wurde natürlich nach heutigen Vorschriften mit PVC-E Rohren erneuert, die Oberflächen Entwässerung wurde neu ausgelegt und sollte nun auch bei starkem Oberflächenwasserandrang ausreichend funktionieren. Auch die alten Blei-Wasserleitungen wurden in diesen Bereichen mit PE-Rohren erneuert. Die gesamte Hausgasanlage wurde komplett neu dimensioniert und im Mauerwerk verlegt. Die E-Installation wurde ebenso erneuert wie die Datenleitungen. Die Postkästen haben eine neue Mauernische bekommen und die großen Mülltonnen schlagen nunmehr gegen ein Schutzprofil aus Stahl anstatt in den wehrlosen Verputz.

Völlig unauffällig aber aufwendig konnten die Lüftungsleitungen der  zukünftigen "DORFSCHENKE" (Top2) unterflur und dann im Stiegenhaus in der Feuermauer bis über Dach geführt werden. Für die notwendigen Kühlaggregate wurde im Hof ein unauffälliger Schacht hergestellt.Das Stiegenhaus musste zur Erlangung der erforderlichen Durchgangshöhen und der Freiquerschnitte für die Leitungsführungen unterfangen werden. 

Die Trockenlegung im Einpressverfahren erfolgte seitens der Hauseigentümer schon vor Projektbeginn. 

 

EIGENTÜMER UND AUFTRAGGEBER:
OSKAR UND BRUNO GURMANN; 1190 Wien, Barawitzkagasse 12/2A

BESONDERER DANK GILT DER STADT WIEN FÜR DIE ERHEBLICHE FÖRDERUNG DURCH DEN WIENER ALTSTADTERHALTUNGSFONDS!

MIETER UND AUFTRAGGEBER FÜR DAS ROMANTISCHE GASTLOKAL "DORFSCHENKE":
ADOLF MAIER; 1050 WIEN, MARGARETHENSTRASSE 106

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